Seit 2018 wurde kontinuierlich geplant, wie unser Tierheim, welches schon seit 1988 in seiner damaligen Form besteht, weiterentwickelt werden kann. Immerhin hatten sich die Erkenntnisse über die Unterbringung von Tieren im Tierheim in den letzten 30 Jahren weiterentwickelt und so war klar: es muss mehr Platz geschaffen werden und Hunde sollen nicht mehr einzeln in ihren Zwingern leben müssen. Deshalb stellen wir hier nun die schon umgesetzten Bauprojekte vor:
Allgemeine Sanierungsmaßnahmen (2018-2025)
Zuerst musste die alte Hausmeisterwohnung über dem Katzenhaus u.a. zu Sozialräumen mit Aufenthaltsraum, Umkleiden, Duschen usw. umgebaut werden. Dann haben wir im Katzenbereich einen Katzenwirtschaftsraum mit Desinfektion, Waschmaschine und Trockner sowie eigenem Lager geschaffen, da bis dahin alle Wäsche z.B. quer durchs Tierheim getragen und in der Hundeküche gewaschen werden musste.
Ebenfalls haben wir einen Müllplatz direkt an der Auffahrt geschaffen, gemeinsam mit der Stadt Bochum zwei Katzenquarantänecontainer angeschafft, für die Hunde frei zugängliche Ausläufe direkt an den Außenzwingern zwischen Hundehaus 1 und 2 geschaffen und nach dem letzten Einbruch das gesamte Gelände mit interaktiven 4k-KI-Kameras versehen.
Bochumer Kleintierhaus (Bauzeit: 2020-2021)
Unsere Kleintierhaltung war noch aus dem Baujahr des Tierheims, 1988. Damals hielt man Kleintiere wie Kaninchen, Degus, Ratten usw. noch in kleinen Käfigen. Aber da wir ja ein Tierheim mit Modellcharakter sind und bleiben wollen war klar: wir müssen jetzt zwingend Geld in die Hand nehmen und eine vorbildliche Kleintierhaltung bauen, mit ausreichend Platz, für artgerechte Haltung, die dann auch als Vorbild für Interessenten dienen soll.
Unser Bochumer Kleintierhaus wurde am 19.08.2021 offiziell eröffnet. Auf 540 qm ist nun Platz in Deutschlands modernstem Kleintierhaus, das artgerechte Unterbringung für Kaninchen, Nager, Vögel und Reptilien auf zwei Etagen bietet. Ebenfalls gibt es noch Außengehege und auch Außenvolieren. Im Erdgeschoss befindet sich der komplette Vermittlungsbereich, hier u.a. mit großen Gehegen für Kaninchen und Meerschweinchen, im Obergeschoss befinden sich die Quarantäne und Krankenstation. Alle Infos zum Bochumer Kleintierhaus unter
kleintierhaus.net.
Hundehaus 4 - Abriss & Neubau (Bauzeit: 2023-2026)
Am 09.05.2023 war es soweit: der Bagger hat spektakulär unser altes, marodes Hundehaus 4 abgerissen! Die offizielle Grundsteinlegung für das neue Hundehaus IV fand am10.09.2023 mit Schauspieler Armin Rohde als Schirmherr statt.
Errichtet wurden nun 6 helle und große Räume für die Gruppenhaltung von Hunden, wobei sich an jeden Raum auch ein großer Wiesenauslauf anschließt. Bei Bedarf lassen sich jeweils zwei Räume verbinden, um auch größere Gruppen von Hunden gemeinsam unterbringen zu können.
Da das Angebot von geschlossenen Räumlichkeiten für die Resozialisierung von Hunden in einem häuslichen Umfeld mit Möbeln in dieser Form bislang nicht existiert, wurde ein entsprechender Resozialisierungsraum mit einer für Hunde begehbaren Küche errichtet. Räume für die Hundeschule, Jugendgruppe, ein Besprechungsraum, Lager und zwei Büros runden dieses zweigeschossige Gebäude nun ab. Eröffnung ist im Sommer 2026.
Tierarztraum & OP mit Röntgen (2022)
Seit September 2022 haben wir an unseren Tierarztraum noch einen modernen OP anbauen können. Dort gibt es ein digitales Röntgengerät und auch ein Inhalationsnarkosegerät steht uns für Operationen zur Verfügung. Unsere Tiere können in Ruhe bei uns operiert und auch geröntgt werden und in gewohnter Umgebung unter tierärztlicher Aufsicht dann wieder wach werden.
Dies führt zu weniger Stress bei den uns anvertrauten Tieren, da ihre gewohnten Bezugspersonen von Anfang bis Ende bei Ihnen sind. Kastrationen, Zahnsanierungen, Tumorentfernungen: all das machen wir nun bei uns selbst. Für Zahnsanierungen steht uns seit Frühling 2026 auch noch ein Dentalröntgen und eine Dentaleinheit zur Verfügung, mit der auch kompliziertere Zahn-OPs bei uns durch unsere Zahnspezialistin im Team durchgeführt werden können. Denn gerade bei Katzen sind dies oft aufwändige Operationen, die in einer externen Tierarztpraxis schnell sehr teuer werden.
Umbau Foyer zu Katzenstuben (ab 2026)
Wir brauchen mehr Platz für Katzen! Nach der Quarantänezeit kommen unsere Katzen in die Katzenstuben, um von dort vermittelt werden zu können. Unsere sechs Katzenstuben reichen nicht mehr aus, es werden zwei weitere benötigt. Fenster, Decken, Böden... alles muss raus aus dem rechten Teil des Foyers. Neue Decken, Fenster, Böden, Heizung, Licht und Türen werden ab Sommer 2026 eingebaut, so dass ab Herbst zwei weitere Katzenstuben zur Verfügung stehen. Platz, den wir dringend brauchen und Dank der Stadtwerke Bochum zu einem Großteil bezahlt bekommen, denn wir bekommen dafür von ihnen 15.000 Euro im Rahmen eines Sponsorings.
Hundehaus 3 Abriss & Neubau: Errichtung einer Hunde- und Katzenquarantäne mit Krankenstation (ab Herbst 2026)
Da die frühere Hundequarantäne schon auf Grund der vielen neu aufgenommenen Katzen zur Katzenquarantäne wurde, muss dringend eine Hundequarantäne sowie -krankenstation geschaffen werden. Auch eine Tollwutquarantäne für zu jung illegal aus dem Ausland importierte Welpen wird bei uns benötigt. Da die jetzige Katzenquarantäne und -krankenstation schon lange nicht mehr ausreicht und die Katzenquarantänecontainer nur wenig Abhilfe schaffen konnten, muss auch eine große Katzenquarantäne mit separater Krankenstation neu gebaut werden.
Dafür wird unser Hundehaus 3 (neben dem Kleintierhaus) ab dem Herbst 2026 abgerissen und auf genau der gleichen Grundfläche wird dann zweigeschossig neu gebaut. Unten werden Räume für die Hunde geschaffen, wir bauen keine Zwinger mehr! Oben wird über dem Hundehaus dann die Katzenquarantäne entstehen und über dem bisherigen Gang zwischen den alten Hundehäusern wird ebenfalls eine zweite Etage aufgebaut, dort entsteht dann die Katzenkrankenstation, mit Unterteilungen für Katzen mit verschiedenen Erkrankungen.
Die Kosten hierfür werden ca. 2,8 Millionen Euro betragen, weshalb wir Unterstützung in Form von
Spenden natürlich noch sehr gut gebrauchen können!
Finanzierung der Bauprojekte
Was wichtig zu wissen ist: Keines dieser Bauprojekte wurde kreditfinanziert. Wir planen und bauen immer erst dann, wenn wir über Erbschaften und Spenden sowie zugesagte Fördermittel die Bausumme zusammengespart haben. Diese Spenden und Erbschaften sind dann auch nie für unseren laufenden Tierheimbetrieb wie z.B. Futter gedacht, sondern tatsächlich für die dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere in unserem Tierheim. Werte, die von solchen Erbschaften und Spenden geschaffen werden, kommen dann ja allen Tieren jetzt und in Zukunft zugute.
Wir sind dankbar dafür, dass Menschen bei ihrem letzten Willen an uns und unsere Tiere denken, so dass wir davon diese Projekte stemmen können. Fördermittel bekommen wir z.B. vom Land NRW, welches den Umbau von Tierheimen mit bis zu 100.000 Euro pro Projekt fördert - und auch vom Deutschen Tierschutzbund (DTSchB).
Auch von Stiftungen erhalten wir Spenden und meistens spenden auch die beteiligten Handwerksfirmen noch einen Teil ihrer Einnahmen zurück. Je nach Projekt erhalten wir natürlich auch Spenden von tierlieben Besuchern und Unterstützern, die damit sicherstellen, dass alle baulichen Voraussetzungen geschaffen werden können, damit unsere Tiere sich bei uns wohlfühlen.