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Blog & Wissenswertes

Keine Diskussion - Hundekot wegmachen!

von Barbara Thiemann
Geben wir bei Google das Stichwort „Hundekot Rechtslage“ ein, schleudern uns knapp 20.000 Ergebnisse entgegen, das gleiche bei „Hundekot nicht entfernen Strafe“. Die Eingabe von „Hundekot Ordnungswidrigkeit“ bringt 15.000, „Hundekacke wegmachen“ immerhin 8.000 Rechercheoptionen. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um den Versuch einer statistischen Erhebung; vielmehr um ein spielerisches Experiment einer Hundehalterin aus einer Kleinstadt am Rande des Ruhrgebietes. Diese, wie viele andere Frauchen und Herrchen, sieht sich mehrmals täglich mit einer Frage konfrontiert, die genauso überflüssig ist wie ein smartphonegesteuerter Wasserkocher.

Es gibt keine verlässlichen Untersuchungen über den Prozentsatz der HundehalterInnen, die sich korrekt oder nicht korrekt verhalten. Die Fakten bleiben sowohl statistisch als auch juristisch im Nebulösen. Die Verschmutzung von Spiel- und Liegewiesen, von Wegen, Straßen, Gärten, Äckern, Badestränden oder Futtergewinnungsflächen hat sich in den letzten 30 bis 40 Jahren verschärft, vor allem in Städten und Kleinstädten. Die echte oder vermeintliche Relevanz des Themas übersteigt bei weitem das Problem an sich: Tütchen auseinanderpiddeln, Kot aufnehmen, entsorgen. Doch bitte nicht inklusive Verpackung ins Gebüsch!

Das Netz lädt zum Empören ein

Geradezu explodiert ist das Sujet mit dem Aufkommen von Foren, Weblogs und anderen sozialen Medien wie Facebook, Twitter, You Tube - aller Orten hitzige Diskussionen, Fotos und Videos. Umso weniger wundert die permanente Diskussion - wobei besagte Hundehalterin bislang weder im Park noch im Netz jemanden getroffen hat, der dazu steht, seines Hundchens Geschäft zu ignorieren, und sei es mitten auf dem Trottoir vor der Pizzeria um die Ecke. In den Hundeforen erklingen ausschließlich Stimmen, die sich für gewissenhafte Sammelei aussprechen. Erstaunlich, dass wir immer wieder über Köttel in der Fußgängerzone stolpern. Wo - und wer - sind die Übeltäter, die mit ihrem Verhalten andere verunglimpfen, bis diese sich vernichtender Blicke von NichthundehalterInnen kaum erwehren können?

Bei Fragen und Anregungen – auch hier hilft das Internet

Dabei ist es so einfach. Die Internetseite WIKIHOW erklärt nicht nur, mit beeindruckenden Zeichnungen versehen, Schritt für Schritt, wie mit einem Hundekotbeutel umzugehen ist, sondern präsentiert darüber hinaus andere Möglichkeiten der Kackhaufenentfernung, wie etwa den Hundekotgreifer für HundebesitzerInnen mit ausgeprägtem Ekelgefühl oder Rückenproblemen.

Sodann die rechtliche Frage: Müssen wir das wegmachen oder nicht? ADVOCARD unterscheidet hier den öffentlichen vom nichtöffentlichen Raum: Bußgeld drohe bei Verunreinigung des Ersteren; Streit mit dem Nachbarn bei verschmutztem Privatgrund. Erwähnung findet sogar die Geruchsbelästigung! Die Hundesteuer diene nicht zur Hundekotentfernung. Durchaus nachvollziehbar: Die Autosteuer erlaubt ja auch nicht die Entsorgung von Altöl in die Gosse und die Lebensmittelsteuer rechtfertigt noch lange nicht, deren Verpackung in die in die Landschaft zu schmeißen.

Wohin nun mit den Hinterlassenschaften

Die ZEIT zitiert einen Fall, in dem juristische Wortklaubereien darin gipfeln, dass Hundekot nach dem Abfallbeseitigungsgesetz kein Abfall ist. Abfälle indes müssten - und dürften - ausschließlich in dafür zugelassenen Anlagen oder Einrichtungen abgelagert werden. Wohin mit dem, was kein Abfall ist? Hundeklos gibt es in Deutschland, anders als in einigen skandinavischen Ländern, (noch) nicht. Die Gassirunde führt uns nicht unbedingt zur Mülldeponie, die Hausmülltonne kommt auch nicht in Frage. Tierkot ist weder Abfall noch Hausmüll. Ob nun juristisch korrekt oder nicht, den Mist liegen zu lassen ist, je nach Kommune und Ordnungsamt, so individuell wie ein Pfotenabdruck. Relativ lapidar die ANWALTAUSKUNFT: HundehalterInnen, die das Geschäft beispielweise auf einer Spiel- und Liegewiese falsch oder auch gar nicht entsorgen, machen sich nach § 326 StgB der fahrlässigen umweltgefährdenden Abfallbeseitigung strafbar. Spitzfindigen Anwälten sei überlassen zu klären, warum es sich nun wieder um Abfall handelt.

Übung macht den Meister - so schwer ist es nicht!

Bis ins letzte Detail können wir uns über dieses pikante Sujet im Internet kundig machen. Wir können in Foren diskutieren, uns einfach amüsieren, Fotos von der eigenen, sich just lösenden Fellnase einstellen, unsere Meinung in diversen Blogs kundt tun, uns öffentlich Luft machen über die „Drecksasis“, die alle HundehalterInnen, auch die sorgsamen, in Misskredit bringen. Also auch uns, die wir die Häufchen im Wald aus dem Laub klauben, mittels biologisch abbaubarer Kotbeutel, die jedoch aus verschiedenen Gründen nicht in die Biotonne dürfen. Hören wir auf zu diskutieren, jurisdizieren, moralisieren und diskriminieren. Nehmen wir einfach ein Tütchen - und schon hat die Welt ein Problem weniger.
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